Fracking verändert das Land

 

Und so sieht die Realität aus...

Wenn man den Prospekten und Hochglanzbroschüren der Öl-Gesellschaften Glauben schenkt, ist die Methode sauber, billig und umweltschonend. Schön animierte Videos und sauberes Info-Material verschweigen jedoch die Kehrseite der Medaille. Zahlreiche Internetseiten, die vom Namen her Interessen-neutrale Aufklärung versprechen, wie beispielsweise www.erdgassuche-in-deutschland.de, entpuppen sich schnell als Werbeplattform der Öl-Konzerne wie hier die von ExxonMobile. Schauen Sie selbst. - Hier zeigen wir Ihnen das, was Sie nicht in den Prospekten lesen können.

 

Geringe Ausbeute pro Bohrloch

Bei "unkonventionellen" Erdgas-Vorkommen muss das Gestein erst aufgebrochen werden, um das Gas heraus zu lösen. Die pro Bohrloch förderbaren Mengen variieren stark, sind aber in der Regel immer geringer als gewöhnliche (konventionelle) Gasvorkommen in leicht erschließbaren Gasfeldern. Dieses wichtige Detail hat aber eine dramatische Konsequenz:

  1. Das zu erwartende Fördervolumen pro Quelle ist nicht sehr hoch.
  2. Die Quellen erschöpfen rasch und werden schnell unwirtschaftlich.
  3. Mit Punkt 1 und 2 steigt die Notwendigkeit, versiegende Quellen in rascher Folge durch neue Fracking-Bohrungen zu ersetzen.
  4. Die Landschaft und die Natur werden großflächig beansprucht. In den USA empfiehlt das Energieministerium (DOE) einen Mindestabstand von 2,3 km ( 2 Quadratmeilen) pro Bohrung.

Eine umfangreiche Studie der US Bundesbehörde dokumentiert schon heute die Landschaftszerstörung durch Fracking, vgl. U.S. Geological Survey, PDF, Stand 1.5.2013.

 

Landschaftsverbrauch ohnegleichen

In den  Fracking-Regionen, wie hier in Wyoming, erkennt man beim Blick aus dem Flugzeug Fracking-Felder, die bis an den Horizont reichen. Man mag vielleicht der Auffassung sein, das Gebiet liegt in einer wasserarmen Wüstenregion, ist wenig bevölkert und damit kann das Fracking keine großen Schäden anrichten.

Bei uns stellt sich aber schnell die Frage: Woher soll das Ackerland kommen, auf dem die Bohrplattformen stehen, auf dem das belastete Abwasser zwischengelagert wird, auf dem die schweren LKWs zur Versorgung der Bohrstationen fahren sollen?

Bohrloch an Bohrloch: Luftaufnahme einer Frackingregion in Wyoming (USA) Luftaufnahme einer Frackingregion in Wyoming (USA)
Abb.: Luftaufnahmen aus der Region Pinedale, Anticline und Jonah, Wyoming, USA zeigen, wie hier Bohrloch an Bohrloch liegen, Quelle http://ecoflight.org/, Bild links öffnen, Bild rechts öffnen

 

Fracking im Wald - ein Spinnennetz

Aber auch in Waldregionen wie hier in Pennsylvania, USA  wird das Fracking angewendet. Anders als in Wüstenregionen hat hier das Fracking  einschneidende Wirkung auf die lokale Tier- und Pflanzenwelt und auf das Grundwasser. Wie ein Spinnennetz durchziehen Bohrstationen, Infrastruktur-Wege und Pipelines große Waldgebiete und teilen diese in viele kleine Parzellen auf. Die beiden Bilder unten zeigen Satellitenaufnahmen einer Waldregion in den USA, Pennsylvania, Region McKean County, in 2 Vergrößerungen:

Fracking in Waldgebieten: Luftaufnahme einer Frackingregion, Waldgebiet, Pennsylvania (USA)
Abb.: Luftaufnahme aus der Region McKean County, Pennsylvania, USA, Maßstab: Horizontale Bildkante 25 km, Quelle: Internetportal U.S. Geological Survey, Bild öffnen

Luftaufnahme (Übersicht) einer Frackingregion, Waldgebiet, Pennsylvania (USA)
Abb.: Vergrößerter Kartenausschnitt oben, Maßstab: Horizontale Bildkante 4 km, Quelle: Internetportal U.S. Geological Survey, Bild öffnen

 

Bohrlöcher, so weit das Auge reicht

In den USA gibt es mehrere zehntausend Bohrlöcher. Die Luftbildaufnahme eines einzelnen Gas-Feldes unten vermittelt einen Eindruck davon, wie massiv die USA in diese Gas-Fördermethode eingestiegen sind. In Deutschland oder auch in Europa ist ein derartiger Landschaftsverbrauch unvorstellbar.

Luftaufnahme einer Frackingregion (Wyomin (USA)
Abb.: Luftbildaufnahme eines Gas-Feldes bei Pinedale, Sublette County, Wyoming, USA,  Aufnahme aus ca. 15 km Höhe, Bildbreite ca. 15 km, Quelle: US-Agrarministerium (USDA) (www.wyomingoutdoorcouncil.org, Stand 1.5.2013), Bild öffnen

 

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