Geologische Erdzeitalter

Die geologische Zeitskala des Phanerozoikum

Die folgende Darstellung zeigt für den geologischen Zeitraum des Phanerozoikums (Beginn vor 540 Mio. Jahren) die geologische Schichtenfolge mit Altersdatierung in einem farbigen Modell.
Die kurzen Erläuterungen (rechts) veranschaulichen, welche Ereignisse für die geologische Formation namensgebend sind. Der Name Phanerozoikum  bezeichnet den letzten großen Abschnitt in der Entwicklung der Erde und bedeutet im Griechischen etwa "sichtbares Leben". Dies ist der Zeitabschnitt, dessen Beginn gekennzeichnet ist durch massenhaftes Auftreten von Fossilien ("Explosion des Lebens").

Zeitalter System Serie Beginn vor Mio. Jahren Besonderheit
Känozoikum
(Erdneuzeit)
Dauer:
ca. 65 Mio. Jahre
Quartär Holozän 2,6 - 0 Zeitraum: Letztes Eiszeitalter und die Entwicklung des heutigen Menschen.
Pleistozän
Neogen Pliozän 23 - 2,6 Zeitraum: Entwicklung der Vögel sowie der Säugetiere bis hin zum frühen Menschen.
Miozän
Paläogen Oligozän 65 - 23 In diesem Zeitraum waren die Kontinente in etwa in der heutigen Position.
Vor 65 Mio. Jahren großes Massensterben, u. a. auch der Dinosaurier durch Meteoriteneinschlag auf der Halbinsel Yukatan, Mexiko (Iridiumanomalie).
Entwicklung der Vögel und Differenzierung der Säugetiere.
Eozän
Paläozän
Mesozoikum
(Erdmittelalter)
Dauer:
ca. 185 Mio. Jahre
Kreide Oberkreide 145 - 65 Vorkommen von Kreide, Kalkstein, versteinerten Krebsen, Korallen, Muscheln, Schnecken.
Unterkreide
Jura Malm 200 - 145 Erste Blütezeit der Dinosaurier.
Aus dem Superkontinent Pangäa bildeten sich Nordamerika, Eurasien und Gondwana.
Dogger
Lias
Trias Keuper 250 - 200 Typisch sind die Schichtfolgen: Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper (bunte, bröckelige Tongesteine).
Erste Säugetiere
Muschelkalk
Buntsandstein
Paläozoikum
(Erdaltertum)
Dauer:
ca. 290 Mio. Jahre
Perm Zechstein 300 - 250 Massenaussterben an der Grenze Zechstein/Buntsandstein.
Rotliegend
Karbon Oberkarbon 360 - 300 Erste Reptilien.
Namensgebend für das Karbon sind die Kohleflöze, die zu dieser Zeit entstanden sind.
Unterkarbon
Devon Oberdevon 415 - 360 Erste Amphibien.
Mitteldevon
Unterdevon
Silur Pridoli 444 - 415 Erste Landlebewesen.
Ludlow
Wenlock
Llandovery
Ordovizium Oberordovizium 488 - 444 Erste Fische
Mittelordovizium
Unterordovizium
Kambrium Oberkambrium 542 - 488 Explosionsartige Verbreitung des Lebens in Flachmeeren.
Mittelkambrium
Unterkambrium

Abb.: Abfolge der geologischen Formationen im Phanerozoikum, Altersangaben in Mio. Jahren, Quelle: Geological Time Scale Foundation, Grafik: Dr. H.-G. Hettwer

Durch eine aufwendige Tiefbohrung wurde in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts im Münsterland der geologische Untergrund bis zu 5956 m erforscht. Vielleich fragen Sie sich, was ist hieran Besonderes im Vergleich zu anderen Regionen?

Ergebnisse der Bohrung Münsterland 1

Die Besonderheiten der Gesteinsabfolge erschließen sich erst, wenn man das Ergebnis der Tiefbohrung mit der Grafik oben vergleicht. In der Grafik unten (links) wurden aus den Gesteinsschichten des Phanerozoikums die Schichten entfernt, die in der Münsterland 1 -Bohrung fehlen: Das sind die Gesteinsfolgen Perm-Trias-Jura sowie die Gesteinsfolgen im Tertiär (Paläogen und Neogen).

Fehlende Geologische Schichten im Münsterland
Abb.: Fehlende geologische Formationen in der Bohrung Münsterland 1 (herausgezogen),  Grafik: Dr. H.-G. Hettwer

Betrachtet man die damals herrschende Verteilung von Land und Meer, so findet man folgenden interessanten Zusammenhang:

 

Schichtlücke in Perm-Trias-Jura-Unterkreide (ca. 300 bis 100 Mio. Jahre)

In dieser Zeit ist das Münsterland Festland. sodass die an der Erdoberfläche anstehenden Gesteinsschichten unter Einwirkung von Wind und Wasser verwittern. Mit anderen Worten: Unsere Region war zu der Zeit Abtragungsgebiet. Während dieser ca. 200 Mio. Jahren wurde im Münsterland keine großräumigen Sedimentschichten gebildet.

 

Ablagerungen in der Oberkeide (ca. 100 bis 75 Mio. Jahre)

Das Münsterland ist von einem flachen, warmen Meer überflutet, in dem während ca. 25 Mio. Jahren  Mergel, Kalke und Sandsteine sedimentiert wurden.  In dieser "kurzen" Zeit wurden 1800 m mächtige Sedimente gebildet. Entsprechend den günstigen Lebensbedingungen findet man Fossilien wie Korallen, Foraminiferen als Vertreter warmwasserliebender Organismen.

 

Schichtlücke im Tertiär (ca. 65 bis 2,6 Mio. Jahre)

Das Münsterland ist wieder küstennahes Festland (Abtragungsgebiet).

 

Quartär (2,6 Mio. Jahre bis heute)

Die jüngsten Eiszeiten (Saale- und Weichsel-Eiszeit, siehe Eiszeit und Eiszeit-Zeugen) haben dann die heute bekannte Landschaft des Münsterlandes geprägt. Angesichts dieser Geschichte lassen sich nun beim Spazierengehen die Landschaft und deren Gesteine besser einordnen:

  1. Findlinge auf den Feldern (eiszeitliche Geschiebe)
  2. Anstatt felsiger Hänge findet man Lagen von Ton, Lehm und Mergel, aber auch Sand (Gletscher-Moränen) und vereinzelt Kalkstein
  3. Keine Seltenheit: Fossilfunde von Meerestieren (Belemniten, Muscheln, Seeigel, Seelilien, Korallen)

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen, welche geologischen Vorgänge in den letzten 360 Mio. Jahren hier im Münsterland stattfanden: Karbon, Kreidezeit, und die Quartär.

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